Themen

Ganz und gar! (Dienstag, 22. Mai)

Gepresst in der Mangel des Leistungsdrucks?

„Ich leiste, also bin ich!“ – scheint nun auch an den Unis das „Ich denke, also bin ich“ abzulösen. Spätestens seit der Bologna-Reform ist der Notendruck vom ersten Vorlesungstag an eingekehrt. Damit ist der Leistungsdruck in voller Wucht in den Hörsälen angekommen. Klar ohne Leistung und Leistungsvergleich ist es nur schwer möglich ein zwischenmenschliches und gesellschaftliches Leben zu gestalten. Wir Menschen leben im und vom konstruktiven Vergleich (von Leistungen), denn nur so kann jeder seinen Platz in der Gesellschaft entdecken und einnehmen. Allerdings erleben sich immer mehr Studis gepresst in einer Mangel des Leistungsdrucks. Es stellt sich die Frage, was dieses Gefühl auslöst und wie man damit einen konstruktiven Umgang findet.

Diesen Vortrag anhören

Ganz sein? (Mittwoch, 23. Mai)

Vom Schein und Sein in der entgrenzten Welt der Möglichkeiten

Wir leben in der Postmoderne¹. Es ist eine faszinierende Zeit, die uns anscheinend eine unbegrenzte Welt von Möglichkeiten bietet – ob real oder virtuell. Dinge sind möglich, die zwei Generationen vor uns nur Fiktion oder elitären Gruppen zugänglich waren. Diese entgrenzte Welt der Möglichkeit bietet viel Spielraum zur Entfaltung – sie ruft uns quasi ständig zu: „Nutze mich und entwirf Dich in mir!“

Aber wer möchte ich sein und welche Möglichkeiten soll ich nutzen? Ist es der richtige Umgang mit einer fragmentierten Umwelt sich eine Patchwork-Identität zu zulegen? Ist es berichtigt zu fragen: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“

Diesen Vortrag anhören

¹ auch Zweite, Spät- oder Nachmoderne genannt.

Ganz sein! (Donnerstag, 24. Mai)

Christsein in einer selbstbestimmten Welt

Mach du dein Ding, ich mach meines. Wir sind selbstbestimmt. Wir wollen niemandem ins Leben hinein reden und auch wir lassen uns ungern sagen, was zu tun und zu lassen ist, was angemessen ist. So wird auch Gott kein großes Mitspracherecht mehr eingeräumt. Wie es der Trendforscher M. Horx treffend zusammenfasst:

»Der persönliche Gott des Christentums kann dem individualisierten Menschentypus aber kein Angebot mehr sein – das groß gewordene Ego müsste im personalisierten Gott gewissermaßen eine „Konkurrenz“ akzeptieren, Autorität und Unterordnung annehmen, die ab einem gewissen Emanzipations- und Ichwerdungs-Grad kaum mehr in das psychische Weltbild zu integrieren ist.«²

Stimmt dieses Statement zur Jahrtausendwende noch? Falls nein, was meinen wir Christen damit, wenn wir davon sprechen, dass wir zu Gott gehören und „ganz sein“ sind? Wie ist das möglich?

Diesen Vortrag anhören

² Matthias Horx, Trendbuch 2: Megatrends für die späten neunziger Jahre. 3. Auflage (München: Econ Verlag, 1998), 126